Tagesmutter Kosten

Regionale Preisunterschiede

Zum einen sind die Kosten für eine Tagesmutter von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. So kursieren regionsabhängig Preisangaben von 2,08 € bis zu 12,00 € je Stunde und Kind. Auch die Verpflegungskosten variieren dementsprechend und bewegen sich in einer Preisspanne zwischen 2,00 € und 3,50 €.

Diese hohen Differenzen ergeben sich nicht nur aus regionalen Preisgefügen, sondern werden ebenso von folgenden Aspekten mitbeeinflusst:

 

  • Anzahl der Kinder, die die Tagesmutter ganz- oder halbtags betreut;
  • Angebot und Nachfrage in einer Region (ein geringes Angebot an Tagesmüttern und eine hohe Nachfrage können die Kosten erheblich steigern);
  • Qualifikation und Erfahrung der Tagesmutter sowie
  • ihrer Beliebtheit.

Prinzipiell kann jedoch eine Richtwertspanne von 3,00 € bis 8,00 € pro Stunde und Kind angenommen werden. Der Bundesverband für Kindertagespflege sieht 5,50 € als idealen Stundenlohn an.

Zum zweiten sind die Tagesmutterkosten auch von der Beschäftigungsform abhängig.

Preisunterschiede nach Beschäftigungsform

Selbstständig tätige Tagesmutter

Privat finanzierte Tagesmutter

Hier wird die Preisgestaltung davon mitbeeinflusst, ob die Tagesmutter vom Jugendamt vermittelt wird oder nicht. Wird sie es nicht, hat sie freie Hand bei der Festsetzung ihres Preises, wobei sie folgende Faktoren mitkalkulieren muss:

  • Anzahl der betreuten Kinder;
  • den täglichen Materialaufwand, z.B. für Essen, Beschäftigungs- und Spielmaterialien, Freizeitgestaltung der Kinder usw. (berechnet sie hierfür zu wenig, muss sie später die Kosten aus eigener Tasche decken);
  • eventuelle Raummiete;
  • zusätzlichen Wasser- und Stromverbrauch;
  • Zahlung von Sozialabgaben sowie Steuerpflichtigkeit ihres Einkommens;
  • Zusatzaufwendungen wie Telekommunikationsgebühren, Büromaterialien, Fortbildungskosten etc.;
  • Benützung des Privatwagens bzw. die Kraftstoffkosten, wenn Sie Tageskinder zum Sportverein oder anderen Terminen fährt.

Vom Jugendamt vermittelte Tagesmutter

Das Einkommen von Tagesmüttern, die vom Jugendamt vermittelt werden, ist bereits fixiert. Die Tagesmütter haben dabei kein Mitspracherecht. Als Elternteil haben Sie zusätzlich Anspruch auf einen Kostenzuschuss vom Jugendamt, dessen Höhe von Ihrem Einkommen sowie der Stundenzahl der Betreuung abhängt. Eltern mit einem äußerst niedrigen Einkommen bekommen sogar den gesamten Betrag rückerstattet!

Rechenbeispiel: Monatskosten für eine Tagesmutter nach Einkommen und Stundenzahl

Für eine genaue Einstufung weisen Sie am besten Ihren Einkommensbescheid beim zuständigen Jugendamt vor. Bei einer Stundenzahl von 1 bis 25 pro Woche, kostet die Stunde ungefähr 5 €. Ab der 26. Stunde fallen ca. 0,30 € Stundenlohn an. Daraus folgend würde eine Tagesmutter mit 30 Stunden pro Woche wie folgt kosten:

  • Die ersten 25 Stunden summieren sich auf 125 € pro Woche = 500 € pro Monat
  • Die übrigen 5 Stunden kommen auf 1,50 € pro Woche = 6 € pro Monat
  • Ergebnis: Für eine Tagesmutter mit 30 Wochenstunden würden 506 € im Monat anfallen.

Bedenken Sie ebenfalls, dass die Betreuungskosten steuerlich absetzbar sind. Pro Jahr wird ein Kostenanteil von zwei Drittel von maximal 4.000 € übernommen.

Auch der Elternbeitrag bzw. Selbstbehalt für eine Tagesmutter ergibt sich aus dem jeweiligen Jahreseinkommen. Bei einem Jahreseinkommen unter 17.500 € sind die Eltern von jeglichen Kosten befreit. Der Selbstbehalt für Eltern mit Kindern über zwei Jahren sieht bei einer 25-stündigen Wochenbetreuung folgendermaßen aus:

  • 30.000 € Jahreseinkommen: 37,09 € pro Monat
  • 60.000 € Jahreseinkommen: 103,02 € pro Monat
  • 100.000 € Jahreseinkommen: 215,32 € pro Monat
  • über 125.000 € Jahreseinkommen: 293,62 € pro Monat

Kosten für Nahrung etc. werden von den Eltern mit der Tagesmutter individuell geklärt.

Angestellte Tagesmutter

Privat finanzierte Tagesmutter

Stellen Sie eine Tagesmutter ein, müssen Sie darauf achten, dass nicht nur das Entgelt der Leistung entsprechend angemessen ist, sondern auch das Mindestlohngesetz eingehalten wird. Aktuell sieht der gesetzliche Mindestlohn 8,84 € pro Stunde vor.

Entscheiden Sie sich für diese Beschäftigungsform, werden Sie zum Arbeitgeber und müssen infolgedessen bestimmten Verantwortlichkeiten nachkommen. So sind beispielsweise bei einem haushaltsnahen Minijob Pauschalabgaben von 12 % des Verdienstes oder etwa ein Arbeitgeberanteil von 5 % zur Rentenversicherung zu leisten. Geht die Kindertagespflege über ein geringfügiges Betreuungsangebot hinaus, müssen Sie mit der Tagesmutter ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis eingehen (mehr dazu erfahren Sie hier).

Vom Unternehmen bezuschusste Tagesmutter

Auch das Unternehmen, bei dem Sie arbeiten, bezuschusst gegebenfalls die Tagesmutter. Im Gegensatz zur Höchstgrenze von 4.000 € jährlich, die Sie über die Steuererklärung geltend machen können, ist die Steuerfreiheit der Arbeitgeberzuschüsse betragsmäßig unbegrenzt. Damit können auch Tagesmutterkosten in voller Höhe erstattet werden. Begünstigt sind Sach- und Geldleistungen.

Wird Ihr Kind allerdings im eigenen Haushalt durch eine Tagesmutter betreut, können die Aufwendungen nicht steuerfrei vom Arbeitgeber ersetzt werden. Das betrifft ebenfalls die steuerfreie Arbeitgebererstattung von Fahrtkosten.

Ferner ist die Sozialversicherungs- und Steuerfreiheit bei Barzuschüssen des Arbeitgebers nur dann gegeben, wenn der Mitarbeiter die zweckentsprechende Aufwendung belegen kann. Die Nachweise sind danach vom Arbeitgeber im Original als Belege zum Lohnkonto aufzuheben. Es versteht sich von selbst, dass die Beitrags- und Steuerfreiheit nur dann gilt, wenn die Zuschüsse zum ohnehin geschuldeten Arbeitsentgelt erbracht werden.

Nicht zuletzt gilt für den Arbeitgeberzuschuss noch die folgende Bedingung: Die Steuer- und Abgabefreiheit sind nach der Vereinfachungsregelung von 2015 ausschließlich für nicht schulpflichtige Kinder gegeben bzw. Kinder, die noch nicht eingeschult worden sind. Damit können in Bundesländern mit „späten Sommerferien“ auch in den Monaten August und September – also bis zum Tag der Einschulung – Kindergartenzuschüsse steuerfrei bezogen werden.

Fazit

Je weniger Einkommen eine Familie hat, desto weniger bezahlt sie für eine Tagesmutter – wenn sie nicht sogar beitragsfrei bleibt. Äußerst erfreulich ist, dass der Staat sich immer mehr für eine finanzielle Entlastung der Familien einsetzt. Denn in Hessen, Niedersachsen und NRW beispielsweise fallen für Eltern im letzten Jahr vor der Einschulung, jegliche Kosten für eine Tagesmutter weg. In Berlin sind sogar die letzten drei Jahre beitragsfrei. Darüber hinaus ist die Kinderbetreuung in Hamburg vollkommen kostenfrei!