Alltag bei der Tagesmutter

Regelmäßigkeit spielt eine wichtige Rolle im Verhältnis zwischen der Tagesmutter und Ihrem Kind. Rituale und feste Tagespunkte vermitteln Sicherheit und geben zusätzliche Orientierung. Halten Sie sich also wie die Tagesmutter an die Absprachen, damit die Betreuung reibungslos funktioniert.

Ein neuer Tag beginnt – Ankommen bei der Tagesmutter

Planen Sie für sich und Ihr Kind immer genügend Zeitpuffer ein, damit Sie am Morgen ohne Hektik und Stress aufwachen, aufstehen, sich fertig machen und gemeinsam frühstücken können. Ein harmonischer morgendlicher Ablauf macht den Einstieg bei der Tagesmutter wesentlich angenehmer. Sie sollte nicht Ihre häusliche Eile abfedern müssen.

Bauen Sie bereits auf dem Hinweg Rituale ein, indem Sie zum Beispiel Brötchen kaufen. Vermeiden Sie bei der Tagesmutter lange Abschiedsszenen – ein bestimmter Satz, ein Kuss oder eine Umarmung sind für Eltern und Kind die undramatischste Lösung.

Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf den Abschied. Für manche ist der Trennungsschmerz vor allem während der Eingewöhnung am stärksten, bei anderen wiederum tritt er erst nach einigen Wochen auf. Denken Sie dabei immer daran, dass sich Ihr Kind das Verhalten von Ihnen abschaut. Wirken Sie beispielsweise ängstlich oder unruhig, überträgt sich das auf Ihr Kind. Strahlen Sie dagegen Gelassenheit aus, wird auch das Kind vertrauensvoll in die neue Situation gehen.

Trennungsschmerz hält meist nur kurz an

Ob Schreien, Weinen, stumme Trauer, Schlagen oder Treten – der Trennungsschmerz kennt eine breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten. Hier ist sowohl das Verständnis der Tagesmutter wie auch der Eltern gefragt. Versuchen Sie stets das Kind zu unterstützen.

Bei den meisten Kindern ist der Trennungsschmerz nach zwei bis drei Wochen komplett verflogen. Es gibt jedoch auch Einzelfälle, wo das Kind erst nach drei bis sechs Monaten zum Alltag übergehen kann. Falls nach drei oder vier Wochen der Abschied noch immer nicht leichter fällt, sollte in einem offenen Gespräch gemeinsam mit der Tagesmutter den Ursachen nachgegangen und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

Spielzeit

Wieviel Betreuung und Anleitung Kinder benötigen, hängt ganz von ihrem Alter ab. Ältere Kinder beschäftigen sich häufiger alleine oder tauschen sich auch gerne mit anderen aus. Jüngere Kinder müssen sich hingegen erst einmal bei der Tagesmutter einleben, weshalb besonders hier kreative Einfälle der Tagespflegeperson gefragt sind. Ob es nun gemeinsames Basteln, Lesen, Ausflüge oder Kochen ist – die Tagesmutter sollte immer auf die Bedürfnisse ihrer Tageskinder eingehen und dafür sorgen, dass der Alltag abwechslungsreich und spannend wird.

Essenszeit

Das Essen ist für viele Kinder ein wichtiger Orientierungspunkt auf der Tagesordnung. Sie wissen, dass sie danach entweder abgeholt werden oder dass neue Kinder hinzukommen. Solche Orientierungspunkte geben ihrem Alltag Struktur.

Auch während der Essenszeit sollten feste Regeln und Rituale eingehalten werden. Die Festlegung eines eigenen Sitzplatzes oder etwa ein gemeinsamer Tischspruch vermitteln dem Kind Orientierung als auch Sicherheit.

Ruhephase(n) und Mittagsschlaf

Nach dem Essen folgt eine Phase der Entspannung und Ruhe. Je nachdem wie alt das Kind ist, können das entweder eine stille Beschäftigung oder ein Mittagsschlaf sein. Dieser Zeitrahmen bietet Gelegenheit sich zu erholen und das bisher Erlebte zu verarbeiten. Hinzu kommt, dass jedes Kind seinen eigenen Rhythmus aus aktiven und passiven Phasen hat, der ebenso mitberücksichtigt werden sollte.

Befürchten Sie nicht, dass Ihr Kind dann abends nicht schlafen kann, denn solche „Energietankphasen“ lehren das Kind auf seinen eigenen Körper zu hören und gehören zu einem gesunden, natürlichen Tagesablauf.

Abschied – ab nach Hause!

Auch für den Abschied sollte, ähnlich wie am Morgen, genügend Zeit eingeplant werden. Es ist wichtig den Tag bei der Tagesmutter harmonisch ausklingen zu lassen. Reißen Sie also Ihr Kind nicht abrupt aus dem Spiel. Indem Sie sich stattdessen dazugesellen, erleichtern Sie es dem Kind sich aus der Situation zu lösen. Fragen Sie nach, wie der Tag war und zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie sich für seine Erlebnisse und Erzählungen interessieren.

Jeglicher Stress oder Hektik sollten also vermieden werden. Haben Sie jedoch gleich im Anschluss noch einen wichtigen Termin, vermitteln Sie dem Kind, warum Sie jetzt gemeinsam etwas rascher aufbrechen müssen.

Ausklang des Tages

Nehmen Sie sich Zeit für Ihr Kind, sobald Sie zuhause angekommen sind. Stürzen Sie sich nicht sofort in die Hausarbeit, sondern sprechen Sie in Ruhe über die Erlebnisse Ihres Lieblings bei der Tagesmutter. Auf diese Weise schließen Sie harmonisch gemeinsam den Tag ab und stimmen dadurch Ihr Kind auf den nächsten Tag positiv ein.